EU - Lohntransparenzrichtlinie 2026

Gudrun Gruber

In diesem Blog geht es um das Thema EU - Lohntransparenz 2026. Gudrun Gruber ist Expertin zu diesem Thema und gibt einen interessanten Einblick ins Thema und zeigt auf, was es jetzt für Unternehmen - egal welcher Größe - zu tun gibt.

#IMPULS

Warum jetzt kein Unternehmen mehr am Thema Gehalt vorbei kommt

Gehalt war lange ein sensibles Thema – oft individuell verhandelt, selten offen diskutiert und in vielen Unternehmen eher „gewachsen“ als bewusst gestaltet. Doch genau das ändert sich jetzt grundlegend.

Mit der neuen EU-Lohntransparenz-Richtlinie, die bis 2026 in nationales Recht umgesetzt wird, entsteht ein völlig neuer Rahmen für den Umgang mit Vergütung. 

Was bisher intern geregelt wurde, wird künftig sichtbar, vergleichbar und erklärungspflichtig.

Für Unternehmen bedeutet das:
👉Gehalt wird zur strategischen Führungsaufgabe.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) stehen dabei vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits fehlen oft standardisierte Gehaltsstrukturen oder dokumentierte Entscheidungsgrundlagen. Andererseits sind genau diese Unternehmen stark von persönlicher Kultur, Vertrauen und Flexibilität geprägt – Faktoren, die durch mehr Transparenz plötzlich auf die Probe gestellt werden können.

Die Richtlinie bringt konkrete Verpflichtungen mit sich:

  • Bewerber:innen müssen bereits im Recruiting-Prozess über Gehaltsspannen informiert werden  
  • Mitarbeitende erhalten ein Recht auf Auskunft über Gehälter vergleichbarer Tätigkeiten 
  • Unternehmen müssen mögliche Ungleichheiten – insbesondere zwischen Männern und Frauen – offenlegen und begründen 

Doch neben all den Anforderungen liegt darin auch eine große Chance.

Denn Transparenz bedeutet nicht nur Kontrolle – sie schafft auch Klarheit, Fairness und Orientierung. Unternehmen, die sich frühzeitig mit ihren Gehaltsstrukturen auseinandersetzen, gewinnen:
✔️ mehr Vertrauen innerhalb der Organisation
✔️ stärkere Arbeitgeberattraktivität
✔️ klarere Entscheidungsgrundlagen für Führungskräfte
✔️ und langfristig stabilere Teams

Die zentrale Frage ist also nicht mehr, ob man sich mit Gehaltstransparenz beschäftigt – sondern wie gut vorbereitet man ist.

Denn eines ist klar:
👉Die Zukunft der Vergütung ist transparent – und sie beginnt jetzt.


#INTERVIEW

Gudrun Gruber

Mag.a Gudrun Gruber liebt es, Unternehmen zum wirtschaftlichen Erfolg zu begleiten. Sie ist aber auch fest davon überzeugt, dass Unternehmen langfristig besonders erfolgreich sind, wenn sie nachhaltig handeln und sich ihrer gesellschaftliche Verantwortung bewusst sind. Sie ist Expertin für das Lohntransparenzgesetz und deren Umsetzung:

EINS22: Gudrun Gruber, was ist aus deiner Sicht die größte Herausforderung der EU-Lohntransprenz-Richtlinie für KMUs?

Gudrun Gruber: 
Die Richtlinie wirkt auf den ersten Blick sehr komplex und viele Unternehmen wissen zurzeit nicht, wie sie die Umsetzung angehen sollen. Außerdem fehlt es oftmals auch an der Zeit, sich damit gerade jetzt auseinanderzusetzen, wo so viele Herausforderungen auf Unternehmen einprasseln. In meinen Trainings bringe ich daher das Wichtigste auf den Punkt und zeige den Unternehmen einen Weg auf, wie sie eine klare Gehaltsstruktur aufbauen können.

EINS22: Wo siehst du die größten Chancen für Unternehmen, die sich rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen?

Gudrun Gruber:
Früh dran zu sein hat den Vorteil, dass ich meine Attraktivität als fairer Arbeitgeber sowohl unternehmensintern als auch nach außen stärken kann. Die Message lautet: „Faire Bezahlung ist uns wichtig. Darauf schauen wir.“

Außerdem hilft eine transparente und faire Gehaltsstruktur dabei, das Personalkostenbudget unter Kontrolle zu halten. Denn damit habe ich eine Argumentation, warum eine Gehaltserhöhung gering ausfällt oder es gar keine Erhöhung gibt, wenn das Gehalt im Vergleich zu den anderen Mitarbeitenden ungerechtfertigt höher liegt. Mitarbeitenden geht es vor allem darum, dass sie im Vergleich zu den KollegInnen fair bezahlt sind. 

EINS22: Was rätst du Unternehmern und Unternehmerinnen konkret: Was sollten sie JETZT tun, um gut vorbereitet zu sein?

Gudrun Gruber: 
Als erstes müssen Unternehmen definieren, welche Tätigkeiten gleich oder gleichwertig sind. Um diese Gruppen zu bilden, müssen die Kriterien aus der EU-Richtlinie angewendet werden.

Danach werden die Mitarbeitenden den jeweiligen Gruppen zugewiesen und man muss kontrollieren, ob es ungerechtfertigte Differenzen in den Gehältern von vergleichbaren Tätigkeiten gibt.

Wenn man diese Struktur geschaffen hat und Gehaltsunterschiede objektiv erklärbar und dokumentiert sind, dann ist man als Unternehmen schon einmal vorbereitet, wenn Mitarbeitende ab Juni von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen.


EINS22:Impulse zum Thema Lohntransparenz zum Download: 


Webinar zum Thema

Webinar Lohntransparenz

Am 7. Mai 2026 von 13-16.30 Uhr steht dieses Thema im Fokus.


Das Webinar ist so gestaltet, dass Sie folgende Lernziele erreichen können:

  • Sie kennen die wichtigsten Inhalte der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie.
  • Sie verstehen die Auswirkungen auf Unternehmen und Mitarbeitende.
  • Sie wissen, welche ersten Schritte zur Vorbereitung sinnvoll sind.

Hier gehts zu mehr Information & zur Anmeldung.

Neuen Kommentar hinzufügen

Eingeschränktes HTML

  • Erlaubte HTML-Tags: <a href hreflang> <em> <strong> <cite> <blockquote cite> <code> <ul type> <ol start type> <li> <dl> <dt> <dd> <h2 id> <h3 id> <h4 id> <h5 id> <h6 id>
  • Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Website- und E-Mail-Adressen werden automatisch in Links umgewandelt.